EMDR

EMDR in der Praxis Heike Litzenberg

Die Entwicklung von EMDR

Bei der EMDR handelt es sich um ein vergleichsweise junges Verfahren. EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing, was auf Deutsch Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegung bedeutet. Die Entwicklerin des EMDR war die amerikanische Psychologin Francine Shapiro. Sie entdeckte, laut Legende, bei einem Waldspaziergang 1987, dass sich durch Augenbewegungen belastende Gefühle reduzierten lassen.
Sie nutzte diesen entlastenden Effekt von Augenbewegungen zur Behandlung von Traumata.
Frau Shapiro experimentierte und kombinierte die  Augenbewegungen mit Ansätzen aus der kognitiven Verhaltenstherapie und der Hypnotherapie.

Damit erreichte sie  phänomenale Behandlungsergebnisse, die nicht nur auf eine reine Desensibilisation zurückzuführen waren.

Ich nutze die Technik in allen meinen Arbeitsbereichen, sei es die Psychotherapie, das Coaching oder der Paarberatung.

Was belastet Sie?

Wissenswertes zum Trauma

Die EMDR wurde zur Behandlung von Störungen entwickelt, die nach dem erleben eines Traumas aufgetreten sind.

Was ist überhaupt ein Trauma?

„Ein Trauma ist ein vitales Diskrepanzerlebnis zwischen bedrohlichen Situationsfaktoren und den individuellen Bewältigungsmöglichkeiten, das mit Gefühlen von Hilflosigkeit und schutzloser Preisgabe einhergeht und so eine dauerhafte Erschütterung von Selbst‐  und Weltverständnis
bewirkt“ (Fischer & Riedesser, 2009, S. 84).

Die EMDR wurde zur Behandlung von Störungen entwickelt, die nach dem Erleben eines Trauma aufgetreten sind.

 

Hier ist ein Beispiel zur Veranschaulichung:

Wenn ein Mensch angegriffen wird, gibt es zwei Aktionsmöglichkeiten. Er kann versuchen mit dem Gegner zukämpfen (fight) oder sich durch Flucht der Lage  entziehen (flee). Ist ihm beides nicht möglich, zum Beispiel weil der Gegner zu stark  oder mächtig ist, bekommt er starke Angst. Diese Angst führt zu einer Hilflosigkeit, die ihn innerlich erstarren lässt (freeze).

 

Dadurch kann bei einem traumatischen Erlebnis die  Verarbeitung im Gehirn nicht richtig funktionieren.

 

Auch andere Erfahrungen von erlebter Hilflosigkeit können zu einer Traumatisierung führen.
Beispielsweise die Erfahrungen von

  • Verbrechen wie Vergewaltigung und Körperverletzung,
  • Kriegserlebnisse oder auch
  • Naturkatastrophen.
  • Ein Unfall mit Personenschaden, den man gesehen hat, kann genauso zu einer Traumatisierung führen wie
  • eine schwere Erkrankungen.

Beim intensiven Erleben von Angst, Hilflosigkeit oder einer lebensbedrohlichen Situation verhält sich der Körper wie in einer Art Alarmbereitschaft. Er schaltet in einen “Überlebensmodus”.

Wann wird EMDR genutzt?

Normalerweise speichert unser Gehirn Erlebnisse im Langzeitgedächtnis als Erinnerungen ab. Bei einem Trauma ist dieser Prozess gestört. Das Gehirn kann diese Erlebnisse  nicht mehr richtig zu verarbeiten. Sie bleibt sozusagen im Kurzzeitgedächtnis stecken. Das Erlebte “geistert” weiterhin im Hirn herum und kann nicht aufgeräumt werden. Sie zeigen sich im Alltag durch Nachhallerinnerungen sogenannten Flashbacks oder in Träumen.
Dann spricht man von einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS)

Anzeichen für eine PTBS können sein:

  • Das immer wiederkehrende aufdrängen von belastenden Erinnerungen eines Erlebnisses
  • Schlechtes Einschlafen,  Schlafstörungen oder Albträume
  • Panikattacken und Ängste
  • Schuldgefühle oder Anspannung

Versuchen Sie immer wieder, diese belastenden Gefühle zu verdrängen, schaffen es aber nicht? In einer  EMDR-Behandlung werden solche Themen dosiert bearbeitet, das Gehirn kann es „wiederaufbereiten“.

Ablauf einer EMDR Sitzung

1. Phase

Am Anfang stehen wie üblich Anamnese und die Erstellung eines Behandlungsplan 

Hier wird das Anliegen des Klienten besprochen. Seine bisherigen Lösungsversuche angeschaut und überbelastende Erlebnisse aus der Vergangenheit gesprochen. Es wird auch geprüft, ob EMDR die ideale Methode für das Anliegen ist, oder ob vielleicht EMDR nicht eingesetzt werden darf.

2. Phase

Innere sowie äußere Stabilisierung und Vorbereitung

EMDR kann sehr anstrengend sein. Manchmal ist der Klient zu instabil, oder das traumatische Erlebnis ist noch zu frisch. Ziel ist, den Klienten zu stärken.

3. Phase

Einschätzung vor dem Prozessieren

Wie der Klient den Verlauf der Behandlung erlebt, ist entscheidend. Die Anfangseinschätzung besteht aus einzelnen Teilschritten. Zuerst wird entschieden, auf welches Bild, d.h. auf welchen Abschnitt eines Traumas man sich konzentriert. Dann wird ein belastender negativer Gedanke, wie „ich bin starr vor Angst“ und ein inhaltlich entgegengesetzter positiver Gedanke, wie “ ich kann handeln“, ermittelt. Der Therapeut bittet den Klienten dann, die Stimmigkeit des positiven Gedankens (VoC) auf einer Skala von „1 = völlig falsch“ bis „7 = völlig zutreffend“ einzuschätzen. Die belastenden Gefühle und der Grad der Belastung (SUD) werden von „0 = neutral“ bis „10 = schlimmster Zustand“ eingestuft. Die bei dieser Belastung auftretenden Körperempfindungen werden beschrieben und lokalisiert.

4. Phase

Neuverarbeitung / Desensibilisierung

Die Phase der Neuverarbeitung ist der Kern der Methode und wird auch als Prozessieren oder EMDR-Prozess bezeichnet. Der Therapeut beginnt mit der bifokalen Stimulierung. Jetzt kommt es zu den Augenbewegungen. Entweder bewegt der Therapeut seine Hand im Gesichtsfeld des Patienten von links nach rechts, dabei folgt der Patient der Handbewegung nur mit den Augen, oder aber, wenn es  dem Patienten lieber ist, kann dieser auch seine Hände auf die eigenen Knie legen und der Therapeut tippt diese mit seinen Händen im Wechsel zwischen rechts und links an. Diese zweite Möglichkeit nennt man auch ‚Tapping’.
Der Therapeut führt dann die Augenstimulation oder das
Tapping, je nach Verlauf, dreißig bis hundert Mal durch und unterbricht dann kurz, indem er fragt „Was ist jetzt?“ oder „Was hat sich verändert?“. Damit der Patient nicht wieder ganz aus dem Kontakt mit der Szene und dem Prozess herausrutscht, ist es sinnvoll, dass er in ganz wenigen Sätzen zurückmeldet, was er während der Stimulation erlebt hat, so etwas wie „ich werde gerade furchtbar ängstlich“ oder „ich fühle mich hilflos“ oder „mir wird heiß“ usw… Dann sagt der Therapeut: „Okay, bleiben Sie dabei und folgen Sie meinem Finger“ und setzt die Stimulationen fort. Solch einen ununterbrochener Abschnitt von Stimulationen nennt man ein ‚Set’. Nach jedem Set wird, wie beschrieben, eine kurze Pause gemacht, in der der Patient dem Therapeuten eine kurze Rückmeldung geben kann. Dieses Vorgehen wird solange wiederholt, bis der Patient keine Belastung mehr empfindet.

5. Phase

Die Verankerung des erreichten Zustandes 

Jetzt lenkt der Therapeut die Aufmerksamkeit des Klienten noch einmal auf die Ausgangssituation und wiederholt dazu den positiven Gedanken. Diese beiden Inhalte werden mit langsamer Rechts-links-Stimulierung verknüpft, die so kurz durchgeführt werden soll, bis bei dem Klienten darüber hinaus keine neuen Assoziationen mehr auftauchen.

6. Phase

Prüfung der Restbelastung auf Körperebene

Mit dem Körpertest wird überprüft, ob wirklich die letzten Belastungsreste verschwunden sind. Hat die Stimmigkeit der positiven Kognition 7 erreicht, soll der Klient die Ausgangssituation in Verbindung mit dem positiven Gedanken vergegenwärtigen. Mit aller Aufmerksamkeit wird noch einmal langsam von oben nach unten durch den Körper gespürt und die dabei auftretenden Körperempfindungen geschildert.

7. Phase

Abschluss der Sitzung

Wie in jeder Trauma therapeutischen Arbeit wird bei EMDR besonderer Wert auf einen guten Abschluss gelegt. Zur Herstellung oder Sicherung des emotionalen Gleichgewichts am Ende der Sitzung bieten sich kurze Entspannungs- und Distanzierungsübungen an. In der Nachbesprechung der Sitzung soll sich der Therapeut davon überzeugen, ob der Klient sich wieder im „Hier und Jetzt“ befindet. Die Information darüber, dass der Verarbeitungsprozess auch in den nächsten Tagen nach der Sitzung noch weitergeht, hilft dem Klienten, sich auf die nächste Sitzung vorzubereiten, ohne über weitere zum Thema noch auftauchende Inhalte zu erschrecken.

8. Phase

Überprüfung und Neubewertung

In der Folgesitzung wird überprüft, ob die mit EMDR erreichten Veränderungen stabil geblieben sind, ob das Ausgangsthema der letzten Sitzung ganz verarbeitet wurde und das Thema abgeschlossen ist oder neues Material aufgetaucht ist. Es gehört also zu den ersten Fragen in einer Folgesitzung, was zum vorangegangenen Behandlungsthema Neues aufgetaucht ist.

Traumakonkrontation

Traumakonfrontation heißt unter anderem auch mit Begleitung und
Unterstützung Teile oder das ganze Trauma noch einmal zu durchleben, um es
diesmal wirklich zu verdauen und zu verarbeiten. Deshalb gehört es in der Regel dazu, dass man starke Gefühle, wie Trauer, Wut, Angst, Hilflosigkeit usw., wie sie auch während des Traumas auftraten, noch einmal erlebt.
Dieser Prozess ist häufig sehr anstrengend. Meist geht die Verarbeitung in den
nächsten Tagen noch etwas weiter, man träumt davon oder auch tagsüber tauchen noch manchmal die Traumabilder auf. Manchmal schläft man zunächst ein paar Tage schlecht und fühlt sich einige Tage gerädert. Das ist normal und geht dann aber in der Regel vorbei. Träume sollte man aufschreiben, wichtige Gedanken und nachträgliche Einsichten ebenfalls, um sie in der nächsten Sitzung mit dem Therapeuten zu besprechen.

Unser Schicksal bestimmen nicht unser Erlebnisse,
sondern wie wir das Erlebte bewerten. 

a

Mit Liebe
zum Detail

In meiner Praxis zählt der Mensch

a

Unterstützung
vom Herzen

Das Lösen Ihrer Probleme liegt mir am Herzen

a

Ohne
Zeitdruck

Ich nehme mir ausreichend Zeit für Sie